19.05.10, Britische Flugsicherung nutzt XML-Redaktionssystem für automatische Erstellung aeronautischer Publikationen (AIP)
Der britische National Air Traffic Service (NATS) und die Berliner Ovidius GmbH verwirklichen gemeinsam ein Redaktionssystem, mit dem sich die Erstellung von gesetzlich vorgeschriebenen aeronautischen Unterlagen weitgehend automatisieren lässt. Wichtigste Kriterien bei der Umsetzung der Lösung waren die Garantie der Daten-Integrität sowie die Möglichkeit, Änderungen in den Dokumenten einfach nachzuverfolgen. Die erstellten Dokumente, die sogenannte Aeronautical Information Publication (AIP), müssen dabei den verbindlichen Standards der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation (ICAO) entsprechen und mindestens alle 28 Tage aktualisiert werden.
Eine AIP enthält zahlreiche areonautische Informationen der herausgebenden Institution (zumeist Länder): Neben allgemeinen Informationen sind in dem Dokument Details zu Luftfahrtstraßen und Flughäfen zusammengefasst. Diese Angaben stellen umfassende Informationen zu einem bestimmten Luftraum dar und sind deshalb essentiell für einen sicheren Flugbetrieb. Die zugrundeliegenden Daten müssen aus diesem Grund unbedingt zuverlässig sein und auch in den verschiedenen Teilen der Publikation (z. B. Tabellen und Karten) übereinstimmen. Ab 2012 verschärft sich die Situation sogar noch: Dann muss gemäß einer europäischen Direktive neben der Integrität der Daten zusätzlich der Datenfluss nachgewiesen werden können.
Wichtigste Funktionen im Überblick
Die Basis der nun umgesetzten Redaktionslösung ist eine von NATS entwickelte Datenbank, die auf dem Aeronautical Information Exchange Model (AIXM) aufbaut. AIXM wurde unter Federführung der US Federal Aviation Administration (FAA) und der Europäischen Organisation für die Sicherheit der Luftverkehrskontrolle (Eurocontrol) entwickelt, um aeronautische Daten weltweit digital zur Verfügung stellen und austauschen zu können. In der AIXM-Datenbank von NATS werden die Daten zunächst auf Plausibilität geprüft und dann durch den sogenannten AIP-Manager für die Erstellung der AIP genutzt. Der AIP-Manager ist eine Entwicklung von Ovidius, und stellt die Benutzeroberfläche und Schaltzentrale für alle Personen (Autoren, Kartographen, Manager) dar, die an der Erstellung der AIP beteiligt sind. Werden Daten geändert, prüft der AIP-Manager, welche Textabschnitte und Karten von diesen Änderungen betroffen sind. Die zu überarbeitenden und zu prüfenden Abschnitte werden einem strengen Workflow unterworfen.
Dem AIP-Manager ist zudem ein Chart Editor angeschlossen, mit dem sich Karten automatisch aus den verifizierten Daten genieren lassen. Es gibt 19 verschiedene, vordefinierte Kartentypen, bei deren Erstellung sowohl die Übereinstimmung mit dem Text als auch die gute Lesbarkeit und Übersichtlichkeit garantiert wird. Die Nachverfolgung von Änderungen ist einfach möglich und die Publikationen können in verschiedenen Formaten (z. B. Print, PDF, Online) veröffentlicht werden. Ebenfalls integriert ist die Möglichkeit, die AIP mehrsprachig zu gestalten. Der synoptische Aufbau der Seiten garantiert dabei, dass Absätze und Tabellen in den verwendeten Sprachen synchron laufen. Eine weitere Besonderheit des Systems ist der hohe Automatisierungsgrad: So ist es nicht nötig, die regelmäßig notwendigen Aktualisierungen manuell anzustoßen.



